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Die große Schlussbilanz zum Oktoberfest 2026

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Die große Schlussbilanz zum Oktoberfest 2026

Sechzehn Tage, ein Besucherrekord und jede Menge Geschichten.

Am 4. Oktober 2026 ging das 191. Oktoberfest zu Ende.

Wie viel wurde getrunken, wie viel Müll ist angefallen und was hatten Polizei und Sanitäter zu tun?

Die Rekorde auf einen Blick

  • 7,4 Millionen Besucher, so viele wie noch nie
  • 422.000 Gäste am Kindertag der zweiten Woche, ein Plus von 57 Prozent
  • Oide Wiesn mit 447.000 Besuchern und 24,2 Prozent mehr als im Vorjahr
  • 8.409 Patienten bei der Aicher Ambulanz, der stärkste Tag war der letzte Samstag mit 935 Patienten
  • 52,3 Prozent mehr Wasser aus den Trinkbrunnen
  • 146 Verstöße mit Drohnen, im Vorjahr waren es 11

 

Besucher: Ein neuer Allzeitrekord

So voll war’s noch nie!

7,4 Millionen Menschen kamen in diesem Jahr auf die Theresienwiese. Damit hat die Wiesn den bisherigen Rekord von 7,2 Millionen Gästen aus dem Jahr 2023 geknackt, und das obwohl das Fest damals zwei Tage länger dauerte.

Im Vorjahr waren es 6,5 Millionen Besucher.

Schon zur Halbzeit zeichnete sich das ab: Nach der ersten Woche zählte die Stadt 3,8 Millionen Gäste, unter der Woche kamen sogar 18,5% mehr Menschen als 2025.

Auch die Oide Wiesn hatte ein starkes Jahr: 447.000 Besucher bedeuten ein Plus von 24,2 Prozent.

Bier, Getränke und Essen: Weißbier war der Renner

Insgesamt flossen 6,7 Millionen Maß Festbier, das sind 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Allzeitrekord hält aber weiterhin das Jahr 2011 mit 79.225 Hektolitern.

Das Spätsommerwetter hat vor allem den Durst auf Weißbierangekurbelt, hier stieg der Absatz um 12,6 Prozent. Beim alkoholfreien Bier ging es um 10,7 Prozent nach oben, bei den alkoholfreien Getränken insgesamt um 10 Prozent. Für eine Maß zahlte man heuer zwischen 14,80 und 15,90 Euro.

Auch beim Essen haben die Gäste gut zugelangt. Die großen Zelte melden 2 bis 3 Prozent mehr Umsatz. Das Wiesnhendl ist nach ein paar schwächeren Jahren wieder im Kommen, und vegetarische Gerichte waren gefragter als früher.

Wasser, Energie und Müll: Was hinter den Kulissen anfällt

Eine Wiesn braucht einiges an Infrastruktur. Insgesamt wurden 83.800 Kubikmeter Wasser verbraucht, 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. An den kostenlosen Trinkwasserbrunnen zapften die Gäste 198 Kubikmeter, ein Plus von 52,3 Prozent.

Bei der Energie ging es dagegen nach unten. Der Stromverbrauch lag bei 2,65 Millionen Kilowattstunden, 7 Prozent weniger als 2025. Beim Gas waren es 129.651 Kubikmeter und damit 10,3 Prozent weniger.

Beim Müll kamen insgesamt rund 1.015 Tonnen zusammen. Den größten Teil machten 804 Tonnen Restmüll aus, dazu kamen 127 Tonnen Glasbruch und 84 Tonnen Papier, Pappe und Karton. Allein auf dem Festgelände kehrte die Stadtreinigung 92 Tonnen zusammen, im Umfeld der Wiesn weitere 54 Tonnen.

Polizei und Sicherheit: Mehr Einsätze, Kokain im Fokus

Die Münchner Polizei hatte heuer mehr zu tun.

Sie zählte 1.851 Einsätze, 15 Prozent mehr als im Vorjahr, und 845 Delikte (2025: 784). Laut Polizei geht das Plus vor allem auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zurück.

Die wichtigsten Zahlen der Polizei:

  • Rauschgift: 207 Fälle (2025: 148), meistens ging es um Kokain
  • Gefährliche Körperverletzung: 95 Fälle (2025: 75), davon 25 mit dem Maßkrug als Tatwaffe
  • Sexualdelikte: 80 Fälle, darunter 52 sexuelle Belästigungen, 8 Fälle von Upskirting und 5 angezeigte Vergewaltigungen wie im Vorjahr. Die Dunkelziffer liegt laut Polizei deutlich höher.
  • Taschendiebstahl: 78 Fälle (2025: 55), 10 Tatverdächtige wurden festgenommen
  • Raub: 5 Fälle (2025: 1)
  • Drohnen: 146 Verstöße (2025: 11), davon 127 unerlaubte Flüge
  • Festnahmen: 419 vorläufige Festnahmen (2025: 366)
  • Trunkenheitsfahrten: 382, weniger als im Vorjahr

Im Münchner Straßenverkehr registrierte die Polizei während der Wiesn 2.087 Unfälle mit 27 Schwer- und 347 Leichtverletzten. Tote gab es keine.

Die Bundespolizei an den Bahnhöfen zog eine positive Bilanz: 441 Straftaten bedeuten 9 Prozent weniger als 2025. Dazu kamen 28 Festnahmen und 220 Platzverweise. 20 Mal mussten Beamte Menschen aus dem Gleisbereich holen.

Sanitäter und Verletzungen: Volle Wache und echte Heldinnen

Die Aicher Ambulanz versorgte bis Samstagnacht 8.409 Patientinnen und Patienten, 23,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei etwa 40 Prozent war zu viel Alkohol der einzige Grund für die Behandlung. Der höchste gemessene Atemalkoholwert lag bei 3,8 Promille. Gemessen werden kann allerdings nur bei denen, die dazu noch in der Lage sind.

Der stärkste Tag war der letzte Samstag mit 935 Patienten. Am Freitagabend vernähten die Ärzte in einer einzigen Stunde rund elf Meter Wundfaden. Die Tragetrupps rückten 2.263 Mal aus, dazu kamen 106 CT-Untersuchungen. Fast 99 Prozent der Patienten konnten direkt auf der Wiesn behandelt werden, nur 94 Personen mussten in eine Klinik.

Feuerwehr und Unfälle: Zwei traurige Momente

Die Feuerwehr rückte bis zum 3. Oktober 13 Mal aus, genauso oft wie im Vorjahr. Am 27. September brannte unter anderem ein Container.

Überschattet wurde die Wiesn von zwei schweren Unfällen. Ein Mitarbeiter des Fahrgeschäfts „Hangover“ verunglückte tödlich, und am letzten Tag kam es auf der Oidn Wiesn zu einem schweren Unfall an einem Fahrgeschäft. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Familien.

Kinder und Jugendschutz

Die Wiesn ist auch ein Fest für Familien. Insgesamt gingen sechs Kinder verloren, alle bis 13 Jahre alt. Rund 160 Mal waren nach 18 Uhr noch Kinderwagen auf dem Gelände unterwegs, obwohl das verboten ist. Betreut werden mussten 20 alkoholisierte Jugendliche, außerdem fiel fünfmal auf, dass Eltern mit ihren Kindern betrunken waren.

Anreise: U-Bahn und S-Bahn im Dauereinsatz

Damit alle gut hin und wieder heim kamen, setzte die MVG rund 9.000 zusätzliche Fahrten ein, täglich waren über 230 Mitarbeiter mehr im Dienst. Die S-Bahn fuhr über 500 Mal zusätzlich. Am meisten los war wie immer an der U-Bahn-Station Theresienwiese.

Maßkrüge und Fundbüro: Kurioses von der Wiesn

Ein Souvenir mitnehmen wollten wieder viele: Das Ordnungspersonal sammelte 105.000 Maßkrüge ein, die Gäste mitgehen lassen wollten. Im Vorjahr waren es 112.000.

Im Fundbüro landeten rund 4.000 Fundsachen, 12 Prozent weniger als 2025. Ganz vorne liegen 1.050 Kleidungsstücke, gefolgt von 700 Geldbeuteln, 450 Ausweisen und 400 Handys. Dazu kamen 350 Brillen, 250 Bankkarten und 220 Schlüssel. Dass das Wetter mitgespielt hat, sieht man an den Schirmen: Nur 20 wurden abgegeben, 70 Prozent weniger als im Vorjahr. Rund 850 Fundsachen haben ihre Besitzer schon wieder abgeholt.

Und dann gibt’s da noch die Kuriositäten!

Eine Knirschschiene, eine Krücke, ein Akkordeon, ein Gebiss und sogar ein Alkoholmessgerät. Ein dicker Bildband über Tibet und eine 1,80 Meter große Figur von einem Imbissstand warten ebenfalls auf ihre Besitzer.

Unser Fazit

Die Wiesn 2026 geht als Rekordjahr in die Geschichte ein. Noch nie kamen so viele Menschen auf die Theresienwiese, und das Wetter hat fast die ganze Zeit mitgespielt. Pfiat di, Wiesn, bis zum nächsten Jahr!

 

 

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