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Marketing-Maschinerie Oktoberfest

Für Marketing-Manager ist das Oktoberfest ein gefundenes Fressen. Die Aufmerksamkeit ist da, das Interesse auch und Kampagnen mit Bier, Volksfeststimmung und bayerischer Tracht kann ja jeder. So scheint das zumindest manchmal... Offizielle Wiesn-Sponsoren gibt es ja (noch) nicht, Geld versucht trotzdem jeder mit dem größten Volksfest der Welt zu machen.

Marketing

Ein gewisser Öffentlichkeits- und Werbegedanke ist im Prinzip ja schon im Kern des Oktoberfestes verankert. Schließlich dient das Volksfest als repräsentatives Mittel für den Freistaat Bayern, die Stadt München und vor allem die Münchner Brauereien. Diese nutzen die Wiesn ganz offensichtlich, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Die Logos zieren alle großen Festzelte und unter den Besuchern entbrandet gerne einmal ein Streit, welches Bier denn jetzt das Beste ist. Es soll sogar Wiesn-Gäste geben, die manche Zelte pauschal meiden, weil nicht die richtige Marke des flüssigen Goldes ausgeschenkt wird. Auch die hübschen Brauerei-Kutschen, die die Straßen des Oktoberfestes tagsüber gerne einmal belagern, sind letztendlich nichts anderes als Werbung. Günstiger lässt sich ein Logo nicht in die Welt tragen: ein paar Pferde, dazu eine mit Blumen geschmückte Kutsche und ein paar Influencer samt Fotograf. Was sonst eine gehörige Portion Öffentlichkeitsarbeit braucht, erreicht man dank Internet mittlerweile in Sekunden. Und das ganz ohne die eigenen Hände zu rühren.

Abgesehen von einigen Brauerei-Logos herrscht auf dem Oktoberfestgelände das Werbeverbot. Wer also vom Wiesn-Wahnsinn profitieren will, muss ein bisschen kreativ werden. Egal ob Dirndl, Frisuren, Damenwiesn, Alkohol oder Obazda-Rezepte: Viele Marken nutzen immer öfter die Begeisterung des Oktoberfestes. Bestes Beispiel: die Lufthansa. Die Airline besticht auch dieses Jahr wieder zur Oktoberfest-Zeit mit FlugbegleiterInnen in Dirndl und Lederhosen. An Board wird das Bier frisch vom Fass gezapft, zumindest in der Business Class. Auch Procter und Gamble spielt da mit und hat seit ein paar Jahren eine Wiesn-Flechtstube. Die Procter&Gamble-Tochter Pantene Pro-V setzt dazu auf das TV-Gesicht Palina Rojinski als Markenbotschafterin. Hier funktioniert das Spiel mit dem Oktoberfest. Das Wiesn-Werbung aber eben kein Selbstläufer ist beweisen jedes Jahr aber auch immer wieder Unternehmen, die vergessen haben einen Bayer in ihre Kampagnen-Planung einzubeziehen. Anders sind Faux-Pas wie der „Oidi“ (anstatt Aldi) oder das „Wies’n“ (anstatt Wiesn) nicht zu erklären. Wir erinnern uns: Aldi wollte sich letztes Jahr dem Oktoberfest besonders zugeneigt zeigen und warb mit „Auf geht’s zum Oidi“. Dumm nur, dass die Redaktion aus Nordrheinwestfalen nicht wusste, dass der „Aldi“ auch in Bayern „Aldi“ heißt. Ganz ähnlich: Rittersport. Der Schreibfehler „Wies’n“ mit Apostroph löste online ein riesiges Gelächter aus und das ein bisschen auch zu Recht. Ist es wirklich zu viel verlangt seine bayerische Kampagne gegen checken zu lassen, wenn man sich selbst im Dialekt nicht heimisch fühlt?

Egal ob peinlich oder lustig, Marketing mit Oktoberfest Motiven zieht bei den Kunden und erhält Aufmerksamkeit. Da ist der Rechtschreibfehler dann wahrscheinlich auch schon egal. Eigentlich traurig... Lässt sich die Wiesn wirklich auf ein paar klischeehafte Bilder reduzieren und damit auch noch Geld machen? Anscheinend ja.... aber wenn, dann bitte richtig!

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